Nachlaufender Stop: wie sich die Schwelle verschiebt und was sie niemals garantiert

Ein nachlaufender Stop, auch Trailing Stop genannt, ist eine Order, deren Auslöseschwelle sich automatisch verschiebt, um dem besten Marktkurs zu folgen. Sie positionieren die Schwelle nicht selbst neu: Das System übernimmt dies nach einer vorab festgelegten Regel. Dieser Nachlaufmechanismus darf…

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Ein nachlaufender Stop als dunkle Illustration: Wanderer in Silhouette auf einem Berggipfel vor violettem Sonnenaufgang, mit Kerzenchart und Treppenlinie, die den steigenden Kurs verfolgt.

Ein nachlaufender Stop, auch Trailing Stop genannt, ist eine Order, deren Auslöseschwelle sich automatisch verschiebt, um dem besten Marktkurs zu folgen. Sie positionieren die Schwelle nicht selbst neu: Das System übernimmt dies nach einer vorab festgelegten Regel. Dieser Nachlaufmechanismus darf jedoch nicht mit einer Kursgarantie bei der Ausführung verwechselt werden, und die regulatorischen Texte sind in diesem Punkt eindeutig.

Die technische Definition: eine Schwelle, die dem besten Marktkurs folgt

Der europäische Text zur Zählmethode von Orders unter MiFID II definiert den Trailing Stop folgendermaßen: Es handelt sich um eine Stop-Order, deren Auslösekurs sich in Abhängigkeit vom BBO ändert (Best Bid and Offer, also die besten angezeigten Kauf- und Verkaufslimits am Markt). Steigt der Kurs in die für Sie günstige Richtung, verschiebt sich die Schwelle mit, in einem von Ihnen festgelegten festen Abstand. Dreht sich der Kurs, bleibt die Schwelle an ihrer letzten Position stehen: Sie weicht niemals zurück. Darin unterscheidet sich die nachlaufende Order von der klassischen Stop-Order, deren Schwelle bei der Erteilung ein für alle Mal festgelegt wird.

Was aus der Order wird, sobald die Schwelle erreicht ist

Hier trifft die technische Definition auf eine durchgängige Warnung der Regulierungsbehörden. Die französische Finanzmarktaufsicht AMF weist darauf hin, dass Orders mit Auslöseschwelle eine Grenze enthalten, ab der sie sich in eine Market-Order umwandeln: Sobald die Schwelle erreicht ist, wird die Order automatisch aktiviert und ohne jede Kursbegrenzung in eine Market-Order umgewandelt. Die amerikanische Broker-Aufsicht FINRA formuliert dieselbe Regel unmissverständlich: Ein Auslösekurs ist niemals ein garantierter Ausführungskurs, denn die Stop-Order wird zu einer Market-Order, sobald die Schwelle berührt wird, und die Intermediäre müssen sie dann vollständig und zügig zum aktuellen Marktkurs ausführen.

Mit anderen Worten: Die Schwelle, die sich mit dem Markt verschiebt, schützt nur den Moment der Auslösung. Sie schützt nicht den Kurs, zu dem Sie schließlich tatsächlich ausgeführt werden.

Ein realer Fall, entschieden vom Ombudsmann der AMF

Dieses Prinzip ist keine theoretische Feinheit: Es war Gegenstand eines konkreten Schlichtungsverfahrens. Ein Anleger, im Dossier des AMF-Ombudsmanns als Monsieur G bezeichnet, hatte zwei Orders mit Auslöseschwellen bei 12,03 Euro und 11,98 Euro platziert. Er stellte fest, dass seine Orders zu einem Kurs von 11,42 Euro ausgeführt wurden, obwohl seiner Ansicht nach die Schwellen nicht erreicht worden waren. Die Prüfung des Dossiers zeigte, dass sich ein erstes Fixing bei 11,34 Euro gebildet hatte, bevor die tatsächliche Ausführung bei 11,42 Euro erfolgte. Der Ombudsmann kam zu dem Schluss, dass dieses Ergebnis keine Anomalie darstellte: Diese Art von Order erlaubt es ihrer Konstruktion nach grundsätzlich nicht, den Ausführungskurs zu kontrollieren. Die Abweichung zwischen der vom Anleger festgelegten Schwelle und dem schließlich erzielten Kurs war somit keine Fehlfunktion, sondern die logische Folge der Regel selbst.

Der besondere Fall des nachlaufenden Stop-Loss bei CFDs

Bei CFDs folgt der Mechanismus derselben Logik, allerdings mit einem von Broker zu Broker unterschiedlichen Vokabular, und man darf den allgemeinen nachlaufenden Stop der Aktienmärkte nicht ungeprüft mit jenem gleichsetzen, der auf einem CFD-Konto angeboten wird. Die Ausführungsrichtlinie eines CFD-Brokers legt beispielsweise fest, dass bei einer Verkaufsorder mit Zielkurs der nachlaufende Stop-Loss ausgelöst wird, wenn der beste Verkaufskurs (Bid) gleich oder niedriger als der Zielkurs wird, und dass die Ausführung dann zum ersten verfügbaren Verkaufskurs auf der dem Ordervolumen entsprechenden Kursstaffel zum Zeitpunkt der Bearbeitung erfolgt. Dieser letzte Punkt verdient genaue Aufmerksamkeit: Nicht der Zielkurs dient als Ausführungskurs, sondern der erste verfügbare Kurs nach Auslösung der Order, was je nach aktueller Liquidität eine Abweichung erzeugen kann.

Außerdem verpflichtet die amerikanische Aufsicht für den Forex-Einzelhandel, die NFA, Market Maker zu schriftlichen Verfahren bezüglich der Anwendung von Kursabweichungen (Slippage). Sie führt aus, dass ein Broker, der die Abwesenheit von Slippage bewirbt, seine Plattform so gestalten muss, dass eine Market-Order zum zum Zeitpunkt der Eingabe angezeigten Kurs ausgeführt wird und eine Stop-Order zum angezeigten Schwellenkurs ausgeführt wird. Diese Anforderung zeigt, dass das Fehlen von Slippage keine Standardregel ist: Es handelt sich um eine Zusage, die manche Broker ausdrücklich abgeben und die anhand ihrer veröffentlichten Bedingungen überprüft werden muss, anstatt als selbstverständlich vorausgesetzt zu werden.

Was keine dieser Quellen belegt

Man muss bei den Grenzen dieser Texte präzise bleiben. Keine der konsultierten Quellen liefert eine Statistik darüber, wie häufig ein nachlaufender Stop tatsächlich während einer Handelssitzung ausgelöst wird, noch über den optimalen Abstand zwischen Kurs und nachlaufender Schwelle. Diese Parameter hängen von der jeweiligen Volatilität des Instruments und der Politik jedes einzelnen Brokers ab, und keine von einer Regulierungsbehörde veröffentlichte allgemeine Regel quantifiziert sie. Eine genaue Zahl zu diesem Thema anzugeben würde bedeuten, eine Angabe zu erfinden, die weder die AMF, noch die FINRA, noch die NFA, noch der europäische Text liefern.

Was das für einen Trader in der Bewertungsphase bedeutet

Für einen Trader, der eine Prop-Firm-Challenge durchläuft, hat die Unterscheidung zwischen Auslöseschwelle und Ausführungskurs eine direkte Folge für das Risikomanagement: Eine tägliche Verlustgrenze kann schneller erreicht werden als erwartet, wenn die Ausführung zu einem ungünstigeren Kurs als der festgelegten Schwelle erfolgt, insbesondere bei einer weiten Geld-Brief-Spanne. Deshalb bleibt es sinnvoll, diese nachlaufende Order mit der klassischen Stop-Order und mit der Limit-Order zu vergleichen, deren Logik des Kursschutzes sich deutlich unterscheidet.